Sonos Beam Ultra im Test: Echte Höhenkanäle im Kompaktformat
Die Beam Ultra ist kein Nachfolger. Die Beam (Gen. 2) bleibt im Programm, die Neue schiebt sich zwischen sie und das Flaggschiff Arc Ultra. Äußerlich ist die Verwandtschaft klar erkennbar. Mit 75 Zentimetern ist die Beam Ultra rund 10 Zentimeter breiter als die Beam (Gen. 2). Mit 6,5 Zentimetern Höhe baut sie aber etwas flacher und verdeckt seltener den unteren Bildrand. Beim Auspacken hat uns trotzdem überrascht, wie klein die Bar ausfällt. Sonos positioniert sie für Fernseher bis 65 Zoll, unter unserem 50-Zöller fällt sie kaum auf. Erhältlich ist sie in Schwarz und Weiß.
Neu ist das Lochgitter auf der Oberseite. Darunter sitzen zwei Hochtöner, die den Schall über Richtungshörner gen Decke schicken. Insgesamt treiben neun Class-D-Verstärker neun Treiber an – vier flache Tieftöner, ein Hochtöner für die Mitte, zwei seitlich abstrahlende und die beiden nach oben gerichteten. Die Beam (Gen. 2) kommt noch mit fünf Treibern aus und simuliert Höhe per Psychoakustik. Die Beam Ultra liefert laut Sonos echtes 7.1.2 Dolby Atmos aus einem Gehäuse. Dafür braucht sie mindestens 10 Zentimeter Freiraum nach oben und 2,5 Zentimeter an den Seiten. Steht sie beengter, etwa in einem TV-Regal, hilft die Einstellung „Überkopf-Soundmodus“ mit der Option „Simuliert“.
Einrichtung und Trueplay: laut, aber einfach
Die Einrichtung ist ein Kinderspiel: Strom und HDMI an den eARC-Anschluss des Fernsehers, den Rest erledigt die Sonos-App. Die TV-Fernbedienung regelt danach automatisch die Lautstärke. Ältere Fernseher ohne ARC binden Sie über einen separat erhältlichen optischen Adapter an. Auch zusätzliche Lautsprecher wie die beiden Era 100 unserer Testaufstellung sind mit wenigen Fingertipps eingebunden.
Für die Trueplay-Einmessung setzen Sie sich an Ihren bevorzugten Hörplatz und richten das iPhone-Mikrofon auf den Fernseher. Während der Messung zischen und fiepen die Testtöne, als lieferten sich Raumschiffe um das Sofa herum ein Laserduell. Das Ergebnis lohnt den kurzen Lärm: Die Bar stimmt ihren Klang danach auf die Akustik des Raums ab.
Klang: Wie gut ist die Beam Ultra ohne Sub und Rears?
Schon allein spielt die Beam Ultra sehr gut. Vor allem das Volumen erstaunt: Die Bar füllt den Raum deutlich mehr, als ihre Maße vermuten lassen. Auch in hektischen Szenen wie in „Top Gun: Maverick“ hält sie Dialoge, Musik und Effekte sauber auseinander, Explosionen haben selbst ohne Subwoofer spürbar Gewicht. Stimmen klingen präsent, ohne künstlich nach vorn geschoben zu wirken.
Die Höhenkanäle ziehen den Klang hörbar nach oben, etwa bei Regen und Donner in der Atmos-Fassung von „Riders on the Storm“. Ihren Pegel regeln Sie in der App separat. Uns gefiel der Höhenpegel leicht angehoben auf +4 am besten. Für Dialoge gibt es eine KI-gestützte Sprachverbesserung in fünf Stufen, im Alltag reicht die mittlere. Der Nachtmodus dämpft Pegelsprünge am späten Abend, damit die Explosion nach dem leisen Dialog nicht die Kinder weckt. Musik streamen Sie per AirPlay 2 oder dank Bluetooth 5.3 jetzt auch direkt vom Smartphone. Das ist praktisch für Gäste, die nicht ins WLAN wollen.
Mit Era 100 und Sub: So wächst die Beam Ultra zum Heimkino
Richtig beeindruckend wird es mit zwei Era 100 hinter dem Sofa: Der Klang wird unglaublich räumlich, Effekte lösen sich klar vom Fernseher. Hubschrauber und Jets ziehen über den Zuschauer hinweg. Sonos bietet die Kombination als Set für 1.097 Euro an. Für die volle Dröhnung gibt es das Immersive Set mit zwei Era 100 und einem Sub Mini für 1.571 Euro. Wer mehr will, ergänzt einen größeren Sub oder setzt Era 300 als Rears ein.
Neu mit Sonos 27: Auch die tragbaren Modelle Move 2 und Play arbeiten als Rears. Die Mikrofone der Bar erkennen dabei, ob die Lautsprecher im Raum stehen. Nehmen Sie einen davon mit in die Küche, spielt er dort als normaler Multiroom-Lautsprecher weiter. Wer spät allein weiterschauen will, legt den TV-Ton per TV-Audio-Wechsel auf einen Sonos-Kopfhörer wie den Sonos Ace oder den neuen Sonos Ace Ultra.
Schwächen: kein DTS:X, kaum Anschlüsse
DTS Digital Surround spielt die Bar ab, DTS:X nicht – für Blu-ray-Fans ein Manko. Zudem gibt es nur einen HDMI-Anschluss ohne Passthrough. Wer Konsole und Streaming-Box anschließen will, braucht dafür weiterhin den Fernseher. Line-In und Ethernet laufen über den USB-C-Port, der optische Eingang über einen HDMI-Adapter – alles separat verkauftes Zubehör. Und beim Umstieg ist die alte Wandhalterung wertlos: Die Beam Ultra passt an keine Halterung anderer Sonos-Soundbars, die eigene kostet extra (69 Euro).
Fazit: Lohnt sich die Sonos Beam Ultra?
Die Beam Ultra ist die beste kompakte Soundbar, die Sonos bisher gebaut hat. Echte Höhenkanäle, viel Volumen und eine Einrichtung ohne Hürden machen sie schon allein zu einer starken Lösung für kleinere und mittlere Wohnzimmer. Mit zwei Era 100 wird daraus ein erstaunlich räumliches Heimkino, das Sie nach und nach erweitern können. Die 699 Euro sind selbstbewusst. Fehlendes DTS:X und der Adapterzwang trüben das Bild etwas. Wer vor allem streamt und ohnehin im Sonos-System zu Hause ist, macht mit der Beam Ultra aber wenig falsch.
| Produktname | Beam Ultra |
|---|---|
| Hersteller | Sonos |
| Preis | 699 € |
| Webseite | www.sonos.com/de-de/ |
| Pro |
|
| Contra |
|
| 1,6gut |






